Ruhelos

Ich bin Ruhelos, doch von außen betrachtet wohl eher genau das Gegenteil. Ich bilde mir ein es sei das Chaos in meinem Kopf; als würde es in anderen Köpfen groß anders aussehen. Um diese Frage komme ich nie umher. Wenn ich mal wieder in den Fängen des Alltags Bus fahre, und all die Menschen sehe, muss ich mich immer fragen was in ihren Köpfen vorgeht. Nicht selten kommt es vor, dass ich Stimmungen erahne und sich diese dann auch in kurzer Zeit zeigen. Als kleines Beispiel liegt auf einer mir bekannten Strecke ein Geschäft für Brautkleider. Nicht selten kann man an diesem Part der Strecke kurz die Verträumtheit so mancher Dame im Gesicht sehen, wenn wir an der Ampel halten und das Schaufenster nur drei Meter entfernt ist. Ich finde es immer wieder schön das zu sehen, wenn aus dem fokussierten Blick aufs Handy ein gläsener selbstvergessener Blick entsteht. Natürlich kann es auch sein, dass ich mir das alles einbilde. Und wenn das so ist spielt es letztendlich auch keine Rolle. Ich komme so oder so nicht zur Ruhe. Manchmal glaube ich die Welt ist meine Gedanken nicht wert, denn sie funktioniert. Sie ist nicht für größeres bestimmt, und auch nicht zur Perfektion gezwungen, da wir alle nur ein Unfall sind. Sie funktioniert einfach. Ein ständiges Vorran in die Zukunft, zu wenig Zeit zu hinterfragen oder zu philosophieren. Und wenn ich dann glaube zwischen all dem Wirrwarr in meinem Kopf ein Körnchen Wahrheit zu sehen, werde ich Zeuge wie sie in sich zerfällt, und zu tausenden kleinen Teilchen in ein Meer aus Reizüberflutung sinkt, und für immer wie ein unerreichbarer Schatz in der Tiefe bleibt. Es wäre doch absolut arrogant zu glauben, nicht jeder würde sich wie ich 24/7 seinen Kopf wund denken. Und so bleibt mir, weil der Rest der Welt es ja auch schafft, den Off-switch zu finden und ein Leben zu führen, eigentlich nur noch Anerkennung, die sich jedoch bei sekundärer Betrachtung in Hass verwandelt. Wieso glauben die dummen immer sie seien intelligent (mich eingeschlossen)? Und was denkten sich die intelligenten? Gibt es sie überhaupt noch? Menschen die über den Dingen stehen? Die die Welt sehen wie sie ist? Menschen mit Lösungsansatz? Nein, es gibt sie nicht. Denn wir sind ein Unfall und keine Kreation einer höheren Macht, die nach Perfektion strebt.
Letztendlich bleibt mir dann doch nur weiter zu machen, und sich an mein Gefängnis im Kopf zu gewöhnen.
19.10.14 22:24


17 Uhr 18

Und wieder einer dieser Tage. Wie schon gefühlt eine Millionen mal zeige ich dem Busfahrer beim einsteigen mein Ticket. 1 von 3, 1 von 3 schaut auch tatsächlich aufs Ticket, meist mit diesem leeren Blick, als würde er direkt durchstarren. Ich setze mich auf einen freien Platz und stell den Rucksack zwischen die Beine. Gleiches Ambiente, unertragbar die Tatsache, dass ich diese Strecke zu oft gefahren bin. Manchmal steige ich vorher aus, nur um einen neuen Weg gehen zu können, es macht mich alles krank. Eine Station gefahren und kurz davor in den Autopilot zu schalten; um all die hässlichen Gebäude nicht sehen zu müssen, oder den dreckigen Boden des Busses, der in einem gelblichen Licht schimmert, das mich fast erbrechen lässt. Doch kurz bevor ich in diesen Zustand verfallen kann, steigt sie ein. Unübliche Haltestelle, dort würde man die Sehnsucht am wenigsten erwarten. Ich rege mich keinen Zentimeter. Ist sie das? Nein! Nie im Leben, was soll sie denn hier? in dieser Stadt? Doch, es gibt keinen Zweifel mehr. Dieses Lächeln hatte sich schon vor Jahren eingebrannt. Da sitzt sie nun, eingestiegen mit einem Mann den ich grob gesagt als bessere Version von mir beschreiben würde, unwissend in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Sie sieht so unglaublich glücklich aus, unbekümmert und in seelischem Frieden. Sie hat mich natürlich nicht gesehen, ich bin einer dieser Menschen die man nicht sieht. Aber was sollte auch passieren? Würde sie mich begrüssen und ich würde ein zwei Höflichkeitsfragen rausstottern, vermutlich noch einen schlechten Witz machen? Unerträglich diese Gedanken die mir in wenigen Sekunden durch den Kopf gehen. Wie müsste diese Situation dann nur sein, wenn die Frau tatsächlich eine Verflossene wäre? Ich stehe gefühlt vor einer Panikattacke, denn sie so unerwartet zu sehen lässt mich aus unbekannten Gründen plötzlich an allem zweifeln. Unweigerlich muss ich kurz grinsen, beim absurden Gedanken "Im nächsten Leben versuchst du es.", doch letztendlich bleibt es dann dabei, die Frau von der ich glaub(t)e sie zu lieben, für mich nur noch eine Metapher für alles was ich verpasst habe und verpassen werde, wird weiterhin nur ein trauriger Abschnitt in meinem Kopf bleiben. Letztendlich habe ich meine Gefühle doch nie verstanden. Und als sie dann aussteigt, macht sich eine Leere in mir breit, die alles was ich bin vereinnahmt und mich mit nichts stehen lässt. Seit dieser Busfahrt bin ich nicht mehr der gleiche.
12.8.14 15:20


Türen

Man sagt wenn sich eine Tür vor uns schließt, öffnet sich eine andere. Wenn ich diese Metapher ausführe, komme ich zu dem Ergebnis, dass sich weder Türen schließen noch öffnen. Ich stehe vor Drehtüren, und desto fester ich drücke, desto schneller bin ich wieder draußen. Vielleicht konnte ich für einen kurzen Moment die angenehme, mit Sauerstoff angereicherte Luft in der Lobby schnuppern, doch bevor ich es realisieren kann, hat mich die Drehtüre wieder in den Regen befördert.
14.3.14 01:39


.

"Ich hab Jahrelang allein geweint, nach innen und verschwiegen
dass es Tage gibt, die fürchterlich sind und mein Mut besiegen
Ich will nich mehr an die Bilder denken, die ich ganz klar sehe
Ich glaub es geht vielen so - mit Schmerzen und dem Leben(...)"

Ich fühl mich erbärmlich, nie in der Lage zu sein meine Gefühle richtig zu formulieren. ich finde nie die richtigen Worte, und desto länger ich sie suche, desto weiter drifte ich von der Wahrheit ab. Und ein kleiner Stich ins Herz für mich, auch hier nur mit einem Zitat abzuschließen, dass mehr sagt als ich es in 1000 Seiten je könnte.

 

"Sobald wir etwas aussprechen, entwerten wir es seltsam. Wir glauben in die Tiefe der Abgründe hinabgetaucht zu sein, und wenn wir wieder an die Oberfläche kommen, gleicht der Wassertropfen an unseren bleichen Fingerspitzen nicht mehr dem Meere, dem er entstammt. Wir wähnen eine Schatzgrube wunderbarer Schätze entdeckt zu haben, und wenn wir wieder ans Tageslicht kommen, haben wir nur falsche Steine und Glasscherben mitgebracht; und trotzdem schimmert der Schatz im Finstern unverändert.”

Maurice Maeterlinck

21.7.13 02:11


Einsame Sommernächte

Lang ists her, dass ich was geschrieben habe. Doch geändert hat sich leider nichts. Immer noch irre ich alleine umher, zerfressen von Selbsthass. Ich wünschte ich könnte mal etwas schönes schreiben, doch seit Jahren weiß ich nicht wohin, weil ich immer der Ansicht war, und irgendwo auch noch bin, dass mein Leben mit einem Strick endet. Ich weiß nicht woher dieser Gedanke kommt. Ich habe keine Motivation mein Leben in den Griff zu kriegen, und belächel sogar die dummen Dinge die mich daran hindern etwas zu tun. Ein schwer zu beschreibendes Gefühl, etwa von ironischer Distanz, als hätte ich gott weiß was in der Hand. Aber das habe ich nicht. Und am meisten stört der Gedanke, nicht zu wissen was passiert ist, dass ich so verkorkst und fehl am Platz geworden bin. Die Welt stimmt schon so wie sie ist, alles was existiert ist die logische Konsequenz aus vorhergegangenen Prozessen und Taten. Die Gesellschaft ist im moment wie sie sein soll, etwas zerrüttet, zu verwöhnt und im großen und ganzen ignorant. Aber ich passe hier einfach nicht so richtig rein. Was hat mein Leben so zum schlechten geführt, dass ich nie mit mir selbst im reinen sein könnte? Ist das fair? Ist das höhere Fügung, Schicksal oder wie man es auch nennen möchte? Oder war ich mit meinem individuellen Genpool geboren so zu sein? Vielleicht sogar in einem falschen Jahrhundert am falschen Ort geboren...? Ich weiß es nicht... Ich weiß nichts, und vorallem nichts über das wahre Leben oder Glück oder Liebe. Ich weiß nichts über mich und doch genug um alles zu wissen... Das ich nichts weiß.
26.6.13 01:04


Meine Reise

Auch wenn man manchmal auf Pause steht, so geht die globale Zeit doch leider weiter. so irre noch immer langsamer als der Rest der Welt auf einem Punkt und weiß nicht wohin. Alles schöne liegt in der Vergangenheit, alles was mir Angst macht in der Zukunft.
4.4.13 11:58


Manchmal ist ein bisschen Wahrheit schon zu wenig Lüge, um ertragbar zu sein.

Warum fühlt sich immer alles so sehr nach Ende an, wenn einem alle sagen, dass jetzt das Leben erst anfängt?

5.10.11 20:05


[erste Seite] [eine Seite zurück]

Gratis bloggen bei
myblog.de

Administration
T